Heimatverein Mühlsdorf e.V.

Mühlsdorf

Unser Mühlsdorf - Wissenswertes über unseren Heimatort

Inhalt:

Unser Mühlsdorf

Mühlsdorf liegt hoch über dem Wesenitztal und wurde auf Quadersandstein erbaut und ist ein Ortsteil der Gemeinde Lohmen.

Noch heute ist zu erkennen, dass der Ort einst ein Reihendorf war. 1443 wird „Milisdorff“ erstmals erwähnt. Damals gehörte es zum bischöflichen Schloss und kam später mit dem Übergang dieses Besitzes an die sächsischen Kurfürsten, die es dem Unteramt Liebethal unterstellten. 1836 wechselte Mühlsdorf zusammen mit Liebethal vom Amt Stolpen zum Amt Hohnstein. 1819 hatte Mühlsdorf 270 Einwohner, die in 52 Häusern lebten. Zum größten Teil arbeiteten sie in Steinbrüchen und ernährten sich von Feld- und Gartenbau. Später gab es im Dorf neben einer Gaststätte, auch Bäcker, Fleischer, Schmied, Schuster und einige andere Handwerker.

Interessant, dass der Chronist 1819 schreibt, Mühlsdorf habe Stadtrecht und Bergfreiheit. Wahrscheinlich war das im „vortrefflichen sandsteyn“ begründet, der auf Mühlsdorfer Flur gebrochen wurde. Seit 1950 ist Mühlsdorf Ortsteil von Lohmen.


In Ortsnähe befindet sich das größte Richard-Wagner-Denkmal der Welt. Richard Wagner quartierte sich damals in dem in unmittelbarer Nähe befindlichen Wirtshaus in der Lochmühle ein und arbeitete dort an der Oper „Lohengrin“.

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Historische Postkarte von Mühlsdorf
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Feldarbeit hier Kartoffelernte, ca. 1960
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Richard-Wagner-Denkmal

Milisdorff - Milstorf - Mühlsdorf

Das Ortsbild von Mühlsdorf wird vorwiegend durch den tiefen Einschnitt der Wesenitz in die Felsen der Ausläufer des Elbsandsteingebirges geprägt. Die Wesenitz kommt aus dem Lausitzer Granit und trifft im Gebiet von Elbersdorf erstmalig auf Sandstein, kann sich in der Porschendorfer Senke etwas erholen und trifft im Lohmener Klamm erneut auf Sandsteinfelsen, die sich über Mühlsdorf und den Liebethaler Grund hinziehen. In Jessen findet sie wieder offenes Gelände und kann durch das Schwemmsandgebiet der Elbe bis zu Mündung wandern. Mühlsdorf steht demzufolge ausschließlich auf Sandsteinfelsen.


Mühlsdorf ist ein Reihendorf, im Gegensatz zu den Rundlingen aus der Slawenzeit gegenüber der Wesenitz: Daube und Doberzeit. Die Mühlsdorfer Felder liegen in günstiger Südhanglage zwischen dem Ort und dem Liebethaler Wäldchen. Die westliche Seite hat Sandsteinfelsen als Untergrund und ist mit einer fruchtbaren Löslehmdecke überzogen. Die östliche Seite wird von den beiden Sandbergen aus Endmoränen der letzten Eiszeit geprägt. Diese enden im so genannten Karschwinkel im Wesenitzbogen.


Mühlsdorf wurde erstmalig 1443 in einer Urkunde zum Kauf eines Steinbruchs am Schawenstein (Schauenstein) zu Milisdorff gelegen, genannt. In den späteren Jahren änderte sich die Schreibweise lt. Meiche mehrmals. Das nebenstehende Milstorf, einschließlich Mühlstein, Hammer und Schlägel tauchte in einem Siegel, mit dem der damalige Bürgermeister von Mühlsdorf noch 1765 siegelte, auf. Demnach hat der Name Mühlsdorf keinesfalls etwas mit den Mühlen an der Wesenitz zu tun, sondern eher die Vorsilbe „Mil“, die in vielen slawischen Namen vorkommt. Das lässt darauf schließen, dass bereits vor der deutschen Besiedlung im 11. bis 15. Jahrhundert, slawische oder auch keltische Siedlungen hier waren.


Nach der deutschen Besiedlung wurden Steine für den Häuserbau gebraucht. Die Möglichkeit, die Steine im Wesenitztal von unten abzubauen, führte sicherlich dazu, dass sich Steinbrucharbeiter hier ansiedelten. Diesen wurde ein Streifen Land von 1 bis 2 ha übergeben, von dem sich die Familie als Selbstversorger ernähren konnte. Die Viehhaltung beschränkte sich damals auf Schafe, Ziegen und höchstens 1 bis 2 Kühe, weil in der westlichen Dorfhälfte, etwa ab der heutigen Kirschallee, keine Brunnen zur Wasserversorgung aufgrund der Sandsteinfelsen möglich waren. Das Trink- und Brauchwasser musste aus der Wesenitz geschöpft und aus dem Tal hochgetragen werden. Das Oberflächenwasser wurde in mehreren kleinen Teichen aufgefangen und für die Löschwasserversorgung bereitgehalten. Erst nachdem Pumpenanlagen an der Wesenitz und Wasserleitungen aus Brunnen unterhalb der Sandberge Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts, gebaut wurden, konnten sich größere Bauerngüter mit mehr Viehhaltung entwickeln.


Das ursprüngliche Mühlsdorfer Gemeindesiegel wurde vom Mühlsdorfer Heimatverein e.V. als Logo übernommen. Zur 550 Jahrfeier 1993 wurde die nebenstehende Abbildung als Symbol im Rahmen eines historischen Umzuges aufgestellt.

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Das ursprüngliche Mühlsdorfer Gemeindesiegel
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Logo vom Mühlsdorfer Heimatverein e.V.
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Sitzecke am Antoniuskreuz
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Luftbild vom Mühlsdorf
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Luftbild von Mühlsdorf